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Start Marken im Fokus Drei Spielzeugmarken aus Österreich, die ich wirklich empfehle

Drei Spielzeugmarken aus Österreich, die ich wirklich empfehle: Matador, Bioblo und Scoot and Ride — mit Preisen, Altersangaben und ehrlichem Urteil

· lena_mayrhofer
Österreichisches Holzbaukasten-Set von Matador — Handwerksqualität aus NÖ

Wenn ich im Kinderzimmer meiner Kinder österreichische Marken entdecke, bin ich jedes Mal ein bisschen stolzer darauf. Nicht weil mir Patriotismus besonders wichtig wäre — sondern weil ich dann weiß, dass jemand hier, in unserer Nähe, wirklich nachgedacht hat. Über Material, Haltbarkeit, und darüber, was Kinder beim Spielen brauchen.

Matador — der Baukasten aus Niederösterreich mit über 120 Jahren Geschichte

Matador gibt es seit 1901 — und das System hat sich kaum verändert. Das ist kein Fehler. Der Wiener Eisenbahn-Ingenieur Johann Korbuly entwickelte den ersten Prototyp ursprünglich für seine eigenen Kinder: Er schenkte ihnen 1899 einen Holzbaukasten, war aber unzufrieden damit, wie leicht die Konstruktionen einfielen. Seine Lösung — vorgebohrte Buchenholzklötzchen, die mit Stäbchen und Rädern verbunden werden — wurde 1901 patentiert. Daraus entstand eine Spielzeugmarke, die heute noch existiert.

Das Prinzip ist nach wie vor dasselbe: Holzklötzchen, Stäbchen, Räder, fertig. Kein Kleben, kein Einrasten wie bei Plastikbaukästen, nichts, das nach einer Saison bricht. Alles lässt sich wieder auseinandernehmen und neu zusammenbauen. Das klingt simpel — und ist es auch. Genau das macht den Unterschied zu viel teurem Spielzeug, das nach drei Wochen im hintersten Regalfach landet.

Was mich wirklich überzeugt: Laut Hersteller werden 97 Prozent der Teile in Österreich produziert. Das Buchenholz kommt aus PEFC-zertifizierter Forstwirtschaft — der Standard, der in Österreich deutlich verbreiteter ist als FSC. Der Firmensitz ist heute in Pfaffstätten in Niederösterreich, nicht weit von Wien.

Das System ist in verschiedenen Altersgruppen erhältlich: kleine Einstiegssets ab einem Jahr, Konstruktionsbaukästen ab drei und anspruchsvollere Varianten ab fünf Jahren, bei denen Kinder echte Mechanismen zusammenbauen können. Die Preise beginnen bei etwa 27 Euro für ein kleineres Set, die größeren Kästen liegen bei 70 Euro aufwärts. Kein Schnäppchen — aber auch kein Spielzeug, das nach drei Wochen kaputt ist.

Mein Vater hat mir als Kind einen Matador-Baukasten geschenkt. Irgendwo in einer Schachtel liegt er noch. Ich hab ihn rausgekramt, als mein Sohn sieben wurde — und es funktioniert noch alles. Jedes einzelne Teil.

Bioblo — Bausteine aus österreichischem Material

Bioblo sieht auf den ersten Blick aus wie Duplo, ist aber aus einem völlig anderen Material. Das ist der Unterschied, der zählt.

Die Bausteine bestehen laut Hersteller aus dem sogenannten Bio-Fasal-Material, entwickelt am Institut für Naturstofftechnik der IFA Tulln (Universität für Bodenkultur Wien). Das klingt komplizierter als es ist: das sogenannte Bio-Fasal-Material, entwickelt am Institut für Naturstofftechnik der IFA Tulln (Universität für Bodenkultur Wien). Laut Hersteller und IFA Tulln besteht es aus 60 Prozent Holzspänen aus heimischer Fichte und Tanne aus PEFC-zertifiziertem Anbau sowie 40 Prozent Recyclingkunststoff aus gebrauchten Mehrwegbechern — nicht Neumaterial, sondern tatsächlich aufbereitete Becher aus dem Umlauf. Kein PVC, kein BPA, keine Weichmacher.

Das Unternehmen sitzt in Tulln in Niederösterreich und wurde 2015 gegründet. Bioblo ist laut eigener Aussage der einzige Spielzeughersteller, der sowohl das Österreichische Umweltzeichen als auch den Blauen Engel trägt. Beide Siegel stellen vergleichsweise strenge Anforderungen an Schadstofffreiheit und Umweltbilanz. Das bedeutet: Hier hat jemand die Mühe auf sich genommen, ein Material zu entwickeln, das tatsächlich geprüft wurde — nicht nur mit einem Marketing-Label versehen.

Geeignet ab drei Jahren. Im direkten Vergleich zu Duplo: Die Grundform ist ähnlich kompatibel, das System ist genauso intuitiv, und das Steckprinzip funktioniert auch für Kleinkinder problemlos. Preislich liegt ein 120er-Set bei etwa 50 Euro, das 200er-Set bei rund 59 Euro. Das ist in einer ähnlichen Liga wie konventionelle Marken — mit dem Unterschied, dass man weiß, woraus die Steine gemacht sind.

Scoot and Ride — das Kickboard aus Oberösterreich

Scoot and Ride aus Grieskirchen in Oberösterreich macht ein Kinderkickboard, das mit dem Kind mitwächst. Der Highwaykick 1 ist laut Hersteller das erste 2-in-1 Kickboard mit Sitz weltweit, das werkzeuglos umgebaut werden kann — und damit ab einem Jahr als Laufrad-ähnliches Fahrzeug nutzbar ist, bevor es ab etwa drei Jahren zum klassischen Scooter wird.

Was das Produkt wirklich praktisch macht: Die Lenkstange ist klappbar, das Sitzen und Stehen sind beide Positionen stabil. Zertifizierungen nach CE und EN71 (europäischer Spielzeugstandard) sind vorhanden. Das Gewicht hält sich in Grenzen, was für Eltern auf dem Schulweg relevant ist — man trägt das Teil ja meistens selbst, wenn das Kind nach zwei Minuten die Lust verloren hat.

Der Preis liegt bei etwa 103 bis 110 Euro je nach Farbe und Händler. In Österreich ist Scoot and Ride gut erhältlich: über österreichische Online-Shops, ausgewählte Spielzeugfachgeschäfte, und auf Preisvergleichsseiten wie Geizhals.at findet man schnell aktuelle Angebote.

Meine Tochter hat den Highwaykick 1 mit eineinhalb Jahren bekommen. Sie ist jetzt fast fünf und fährt noch damit — allerdings schon ohne Sitz, als echter Scooter. Mein Sohn hat irgendwann das Sitzen nicht mehr gebraucht und ist direkt auf den Roller umgestiegen. Das Produkt hat bei uns beide Kinder überlebt, ohne zu wackeln oder kaputt zu gehen. Für ein Fahrzeug in dieser Preisklasse ist das mehr als fair.

Warum österreichische Marken?

Nicht wegen Patriotismus. Wenn ein Produkt aus Österreich kommt, ist die Lieferkette kürzer und die Produktionsbedingungen sind leichter nachvollziehbar. Regionale Zertifizierungen wie das Österreichische Umweltzeichen sind transparenter zu prüfen als Siegel von Herstellern aus Übersee. Und bei Fragen — Ersatzteile, Garantie, Rückgabe — gibt es jemanden, den man auf Deutsch ansprechen kann, der die lokalen Konsumentenschutzregeln kennt. Das ist keine Romantik. Das ist Pragmatismus.